Marhaban - 2017

Willkommen im Wald!

Integration durch Umweltbildung

Die Integration geflüchteter Menschen in unsere Gesellschaft ist eine der drängendsten Aufgaben unserer Zeit. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald möchte hier im Rahmen ihrer Arbeit einen Beitrag leisten und legt ein Umweltbildungsprogamm als Begegnungsprojekt zwischen deutschen und geflüchteten Jugendlichen auf. Beide Gruppen sind zur Zeit oftmals noch voneinander isoliert. Geflüchtete Jugendliche, besonders wenn sie ohne Familie hier angekommen sind, leben meist abgeschottet in isolierten Sammelunterkünften. Deutsche Jugendliche hingegen werden zunehmend durch den Einfluss der Medien und der Berichterstattung über die Flüchtlingsthematik geprägt. Die vermittelten Informationen spiegeln jedoch nur zum Teil den Lebensweltbezug der Jugendlichen und Ihre Sichtweise auf das Thema wider. Unser Projekt wählt den Wald als neutralen Begegnungsort, an dem gesellschaftliche Zwänge und Unterschiede in den Hintergrund treten. 

Marhaban ist eine Grußformel. Ein Gruß, der ein Willkommen zum Ausdruck bringt und ein gegenseitiges Kennenlernen ermöglichen soll. Gemeinsam mit Waldpädagogen der SDW begeben sich die gemischten Gruppen von bis zu 16 Jugendlichen in den Wald. Nach dem Kennenlernen steht eine Reihe von gemeinsamen Aufgaben auf dem Plan, die nur als Team lösbar sind. Im späteren Verlauf geht es um den Lebensraum Wald und das Überleben in der Natur. Die Gruppe baut Schutzhütten aus Naturmaterialien und erlernt verschiede Methoden ein Feuer zu entzünden. Die Feuer müssen anschließend unterhalten werden, denn zum Abschluss des Projektes steht gemeinsames Kochen und Essen auf dem Programm. 

Am Sonntag, den 17.09.2017 fand die Auftaktveranstaltung in Eberswalde statt. Am Abend betonten sowohl deutsche als auch geflüchtete Jugendliche wie gut es gewesen sei, einmal einen ganzen Tag ohne Druck miteinander zu verbringen. Die geflüchteten Jugendlichen bedankten sich besonders über die freundlichen Kontakte zu deutschen Einheimischen, sowie die Möglichkeit ihr Deutsch zu üben. 

Das Feedback der ersten Gruppe bestätigt schon jetzt die Wichtigkeit des Projekts. Eine lebendige Integration braucht Offenheit und Neugier von allen Seiten, vor allem verlangt sie aber auch nach alltäglichen Gelegenheiten zum Kennenlernen und Miteinander etwas tun. 

Dafür steht Marhaban und wir freuen uns schon jetzt auf die weiteren Termine im Herbst 2017

    

  



Marhaban ist das Folgeprojekt zu Aleikum Wald aus dem Jahre 2016. Bereits hier gab es im Raum Eberswalde fünf erlebnispädagogische Aktionstage für gemischte Gruppen aus unbegleiteten minderjährigen Ausländern (UMA) mit gleichaltrigen deutschen SchülerInnen. Parallel lief eine wöchentliche Begegnungsgruppe im Wald für Kinder im Grundschulalter.


Die wald- und erlebnispädagogische Umsetzung von Marhaban wird durch professionelle Waldpädagogen, mit Kenntnissen aus der Zusammenarbeit mit Flüchtlingen, realisiert. Brücken zwischen den verschiedenen Kulturen werden geschlagen und Ängste „dem Anderen“ gegenüber abgebaut. Zudem wird durch den Lernort Natur der Spracherwerb gefördert, da der Wald zahlreiche Sprachanlässe bietet. Kinder und Jugendliche, gleich ihrer Herkunft, erschließen sich so im Rahmen des Projektes den Wald als Spiel- und Lernort.

Das Projekt – unterstützt aus Mitteln der Konzessionsabgabe Lotto im Land Brandenburg und der Total Stiftung - ist gut angelaufen und erhält viel Nachfrage und Zuspruch, sodass wir freudig dem weiteren Verlauf entgegenblicken und möglicherweise Folgeprojektedieser Art initiiert werden können.

 

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