Baum des Jahres
Die Fichte (Picea abies)


Steckbrief der Fichte

Familie: Kieferngewächse

Alter: bis 600 Jahre

Höhe: bis 50 m

Durchmesser: bis 150 cm

Verwendung: Bauholz, Möbel, Zellstoff, Papier

Fichte

Fichtenzapfen

Bundesweit nimmt sie einen Anteil von 25 % der Waldflächen ein und ist somit häufigste Baumart in Deutschland. In Brandenburg ist die Fichte mit weniger als 2% Flächenanteil jedoch ein selten gesehener Waldbewohner. Die Fichte gilt generell als bedeutender Holzlieferant und aufgrund der vielseitigen Verwendbarkeit des Holzes (Papier, Bauholz) als Brotbaumart der Forstwirtschaft. Auch kulturgeschichtlich ist sie eng mit uns verbunden. Die einfachsten und gröbsten Gegenstände vom Kochlöffel bis zum Dachstuhl sind aus Fichte, aber auch die wertvollsten wie das Deckenholz der berühmten Stradivari-Geigen (1648-1737), welches aus Fichtenholz mit besonders engen Jahrringen gefertigt ist. Für Cellos und Gitarren wird heute noch Fichte verwendet.

Aber: Über keinen anderen heimischen Baum wird so viel gestritten wie über die Fichte. Geschätzt als wichtigste Einkommensquelle wird die Fichte von Befürwortern der Artenvielfalt geschmäht. Ihre Wahl zum Baum des Jahres 2017 gibt Gelegenheit, mehr Klarheit in die Diskussion und die künftige Entwicklung dieses Baumes zu bringen.

Ausführliche Informationen zur Fichte finden Sie auch in unserem Faltblatt zum Baum des Jahres hier.


Zum Baum des Jahres

Im Oktober jeden Jahres wird von einem Expertengremium, in dem die SDW Mitglied ist, der Baum des Jahres für das folgende Jahr ausgewählt.

Die Auswahlkriterien für die Wahl eines Baumes sind sehr unterschiedlich: So soll durch die Wahl zum Baum des Jahres entweder auf die Seltenheit einer Baumart, auf die Gefährdung durch neuartige Waldschäden oder Baumkrankheiten, auf die Bedeutung eines Baumes für die Menschen oder auf die Relevanz der Bäume für ein Ökosystem hingewiesen werden. 
Die Stieleiche war 1989 der erste so ausgezeichnete Baum, der aufgrund seiner Bedrohung durch neuartige Waldschäden ausgewählt wurde. Andere Bäume wie die Wildbirne (1998) gehören zu den seltensten Bäumen Deutschlands oder zeigen wie die Ulme (1992) einen starken Bestandsrückgang. Die Beeren der Eberesche (1997) sind für über 60 Vogelarten von Bedeutung und daher für ökologisch ausgerichtete Mischwälder wichtig. Im Jahr der Wiedervereinigung wurde auf die Linde (1991) als Symbol der Freiheit und des Friedens hingewiesen. Ein besonderer Erfolg war die Wahl des Speierlings im Jahr 1993. Damit wurde der stark gefährdete Speierling vor dem Aussterben bewahrt. Durch die bundesweite Kampagne sind nach Schätzung der SDW mehr als eine halbe Million Speierlinge neu gepflanzt worden.
Während 2004 bei der Tanne und 2006 bei der Schwarzpappel die Seltenheit und die Gefährdung im Vordergrund standen, war bei der Walnuss im Jahre 2008 ihre kulturelle Bedeutung im Mittelpunkt des Interesses. 2013 wurde der Wildapfel, die Urform der heutigen Kulturäpfel, gewählt.

Die Motivation, eine Baumart für ein Jahr besonders hervorzuheben, ist eine ähnliche, wie beim Tag des Baumes. Mit Hilfe des Baum des Jahres sollen der Bevölkerung ökologische, forstliche oder naturschutzfachliche Zusammenhänge verdeutlicht werden. Waldbesitzer und Forstdienststellen sollen auf neue waldbauliche Möglichkeiten, die letztlich zu einem artenreichen Mischwald führen, hingewiesen werden. Städte und Grünämter werden durch die Wahl einer Baumart zum Baum des Jahres dazu angeregt, bei Neupflanzungen insbesondere diese gewählten Bäume zu verwenden.


Bäume der vergangenen Jahre (1989 bis heute)

Jahr Art Botanischer Name
2017
Fichte
Picea abies
2016
Winterlinde
Tilia cordata
2015
Feldahorn
Acer campestre
2014
Traubeneiche
Quercus petrea
2013
Wildapfel
Malus sylvestris
2012
Europäische Lärche
Larix decidua
2011
Elsbeere Sorbus torminalis L.
2010 Vogelkirsche Prunus avium L.
2009 Bergahorn Acer pseudoplatanus L.
2008 Walnuss Juglans regia L.
2007 Waldkiefer Pinus sylvestris L.
2006 Schwarzpappel Populus nigra L.
2005 Rosskastanie Aesculus hippocastanum L.
2004 Weißtanne Abies alba MILL
2003 Schwarzerle Alnus glutinosa L.
2002 Wacholder Juniperus communis L.
2001 Esche Fraxinus excelsior L.
2000 Sandbirke Betula pendula Roth
1999 Silberweide Salix alba L.
1998 Wildbirne Pyrus communis L.
1997 Eberesche Sorbus aucuparia
1996 Hainbuche Carpinus betulus L.
1995 Spitzahorn Acer platanoides L.
1994 Eibe Taxus baccata L.
1993 Speierling Sorbus domestica L.
1992 Bergulme Ulmus glabra Huds. emend. Moss
1991 Sommerlinde Tilia platyphyllos Scop.
1990 Rotbuche Fagus sylvatica L.
1989 Stieleiche Quercus robur L.

 

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