Regionalverband Lausitz e.V.


Exkursion in den Tagebau

Da an diesem Wochenende sehr viele andere Veranstaltungen parallel verliefen, fand unsere Exkursion in kleiner Runde statt. Mit 11 Personen, darunter auch der Vorsitzende Wolfgang Roick, ging es zunächst in die Grube wo Technik bestaunt und Kohle angefasst wurde. Anschließend wurden Beispiele der forstlichen Rekultivierung und der Renaturierung präsentiert. Zum Abschluss hat Frank Gambke von Vattenfall Wind power an einem Windrad am Rande des Tagebaus die Strategie der weiteren Windkraftnutzung durch Vattenfall erläutert. Es wurde alles mit großem Interesse aufgenommen und viel diskutiert.

 


Wüste und Wildnis

Wanderung ins INA-Gebiet Lieberoser Heide am 16.03.2016

Eine kleine aber sehr interessierte Gruppe des Regionalverbandes Lausitz der SDW steht auf dem ehemaligen Feldherrnhügel mitten im Truppenübungsplatz Lieberoser Heide. Kiefern und Birken haben die ehemalige Schießbahn für Panzer erobert und der Hubschrauberlandeplatz der Generäle ist zu einer Art „Uhr der Sukzession“ umgestaltet worden. Oberförster Axel Becker kann den Wanderern aber auch richtige Wüste zeigen. Seit über 20 Jahren wächst, soweit das Auge blickt, nur Silbergras. Vielleicht ist das erst in 500 Jahren wieder Kiefernwald, denke ich so für mich hin. Und dann führt uns Jenny Eisenschmidt von der Stiftung Naturlandschaften zur Wildnis am Westende der ca. 25 000 Hektar, die als Internationale Naturausstellung „INA Lieberoser Heide“ zu einem komplexen Naturerlebnis mit vielen historischen Facetten umgestaltet werden sollen. Der Landesforstbetrieb Brandenburg als größter Flächeneigentümer ist mit vielen Ideen dabei. Neben Wüste und Wildnis wollen die Förster den Wald unter der Maxime „Schutz durch Nutzung“ einbringen. Nun ist die große Politik gefragt. Noch kann man den einst braven Kiefernwald nicht wirklich als Wildnis empfinden. Aber am Butzener Bagen versinken die Birken wieder im Wasser, weil sich ein Moor regenerieren soll. In den Strahlen der Abendsonne begrüßt uns ein Schwarzspecht, will sagen: Weiter auf diesem Weg!

Die von den Panzern hinterlassene Wüste von
rund 5 km² ist auch nach über 20 Jahren nur mit
Silbergras überzogen.

Moorregeneration im Butzener Bagen


Auf der Kippe - Pflanzaktion von RV Lausitz und Vattenfall

Infrastrukturminister Vogelsänger pflanzt Baum des Jahres

Kinder stapfen durch Matschpampe. Väter stöhnen über den festen Boden, in den sich nur mit größter Mühe Löcher graben lassen. Winzige Eichensämlinge ragen aus dem gelben Lehm und warten auf Sonne und Regen, um mit ihren Wurzeln den jungfräulichen Boden zu erobern.
Das ist Pflanzaktion auf der Kippe des Braunkohlentagebaus Welzow-Süd im Spree-Neiße-Kreis in Brandenburg am 16. April 2014!
Das Bergbauunternehmen Vattenfall Europe Mining mit Sitz in Cottbus hatte sich angeboten, gemeinsam mit dem Regionalverband Lausitz der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald eine solche Aktion zu organisieren. Über 40 Freunde des Waldes, vom 20 Monate alten Kleinkind bis zum 80jährigen Opa griffen nach den Traubeneichensämlingen, dem Baum des Jahres 2014.
Auch der Infrastrukturminister Brandenburgs Jörg Vogelsänger fand die Idee so gut, dass er sich pünktlich 9 Uhr auf dem Parkplatz vorm Weinberg Wolkenberg einfand, um die Schirmherrschaft zu übernehmen. Bergbauvorstand Uwe Großer begrüßte alle freiwilligen Helfer und betonte, dass die Braunkohleförderung im Tagebau und die anschließende Rekultivierung der Kippen für die Bergleute eine Einheit bilden. Friedhelm Hennig als Vorsitzender des Regionalverbandes Lausitz der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald schloss sich dem an und wies auf die großen Entwicklungspotenziale der Bergbaufolgelandschaft hin.

So will die SDW mit der Aktion einen kleinen Beitrag leisten, wie durch aktives Handeln auf den Tagebau-Kippen ein artenreicher, naturnaher Mischwald neu entsteht.
Nach der anstrengenden Pflanzung gab es einen Imbiss zur Stärkung und auf der Rückfahrt konnten sich alle überzeugen, wie ein solcher Eichenwald nach wenigen Jahren herangewachsen ist.


Der SDW-Regionalverband Lausitz e.V. stellt sich vor

Der Regionalverband Lausitz wurde 1992 in Großkoschen bei Senftenberg gegründet und hat zur Zeit ca. 30 Mitglieder.

1.      Geschichte und Arbeitsschwerpunkte

Bei seiner Gründung standen engagierte Mitarbeiter des FIB (Forschungsinstitut für Bergbaufolgelandschaften) in Finsterwalde und der LAUBAG (Lausitzer Braunkohle AG) in Senftenberg an der Spitze.

So liegt der inhaltliche Schwerpunkt in der Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft, insbesondere der Forstlichen Rekultivierung. Neben der Waldpädagogischen Arbeit sind der Waldbrandschutz und die Forstwirtschaft im Spreewald weitere typisch regionale Themen. Ein neuer Schwerpunkt hat sich nach Abzug der Roten Armee mit der Gestaltung des ehemaligen Truppenübungsplatzes in der Lieberoser Heide aufgetan.

Ein besonderer Dank gilt hier noch einmal dem geistigen Vater und Gründungsvorsitzenden des RV Lausitz Dr. Hans Gußer in Cottbus. Mitten in seiner rastlosen Tätigkeit ist er leider im Jahre 2000 im Alter von nur 68 Jahren verstorben. Dr. Karl Preußner hat den Staffelstab bis zum Mai 2005 weiter getragen, bis Friedhelm Hennig in Peitz den Vorsitz übernommen hat. Für seine Verdienste um den Regionalverband erhielt Dr. Karl Preußner im Jahre 2010 die Silberne Ehrennadel der SDW.

2.      Projekt Bergbaufolgelandschaft und Forstliche Rekultivierung

Seit seiner Gründung organisiert der RV Lausitz regelmäßig Fachveranstaltungen und Exkursionen zu diesem Thema, zuletzt 2007 in Senftenberg und 2008 in Welzow. Besondere Unterstützung leistet dabei neben den beiden Bergbauunternehmen VEM (Vattenfall Europe Mining AG) in Cottbus und LMBV (Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft) in Senftenberg das FIB. Die SDW ist Gründungsmitglied des FIB und hat einen ständigen Vertreter in der  Mitgliederversammlung.

Exkursion Bergbaufolgelandschaft
Senftenberg 2007; Foto: LOBODA

Beredtes Zeugnis dieser Veranstaltungen sind informative Broschüren, womit den Teilnehmern und anderen Interessierten  notwendiges Wissen vermittelt wird. Mit dem Heft „Neuer Wald – Forstliche Rekultivierung im Lausitzer Braunkohlenrevier“ erschien im Jahre 2009 bereits die achte Publikation dieser Art.

Der RV Lausitz bringt sich in die regelmäßige Arbeit der Landesplanung zum Braunkohlenbergbau ein. Zu wichtigen Vorhaben, die auch Wald betreffen,  werden Stellungnahmen gegenüber dem Landesbüro der anerkannten Naturschutzverbände abgegeben. Der RV ist ständiges Mitglied in den Arbeitskreisen Tagebau Jänschwalde und  Tagebau Welzow-Süd, beides Organe des Braunkohlenausschusses im Land Brandenburg.

 

3.      Projekt INA – Lieberoser Heide

Nach Abzug der Roten Armee vom ehemaligen Truppenübungsplatz wurde der Ruf nach einem Nationalpark laut. In der Diskussion um einen Masterplan hat sich auch durch konsequentes Auftreten des Regionalverbandes gezeigt, dass dafür kein Konsens besteht. Deshalb wurde 2010 die INA, eine Internationale Naturausstellung Lieberoser Heide ins Leben gerufen, in deren Fachgremien sich der Regionalverband einbringt.

Der RV Lausitz vertritt dabei eine Naturnahe Waldwirtschaft als Gegenstück zur „Wildnis“, weil nur durch Nutzung der Bodenschutz, d.h. die Beseitigung von Munition und anderen Altlasten, organisiert werden kann. Auch machen wir darauf aufmerksam, dass sich zukünftig die Bergbaufolgelandschaft des Tagebaus Jänschwalde bis an die Grenze der Lieberoser Heide erstrecken wird. Mit Exkursionen im Oktober 2009 und April 2010 sind einem breiten Kreis von Interessenten diese Landschaft und die damit verbundenen Probleme ins Bewusstsein gerückt worden. Dabei arbeitet der RV Lausitz eng mit den örtlichen Gruppierungen vom BFV (Brandenburgischer Forstverein) und BDF (Bund Deutscher Forstleute) zusammen.

Nächste Aktivität dazu ist die Öffentliche Mitgliederversammlung des RV Lausitz am 9. April 2011 mit Vorträgen und Exkursion in die Oberförsterei Cottbus zur Rolle der Naturverjüngung auf den armen Kiefernstandorten der Lieberoser Heide.

 

4.       Projekt Waldpädagogik

Der Regionalverband ist Sponsor und ständiger Helfer der Waldschule Kleinsee, die von den Mitarbeitern des Betriebsteiles Peitz des Landesforstbetriebes Brandenburg betreut wird.

Der RV Lausitz wirkt besonders beim jährlichen Tag der Offenen Tür mit. In einem eigenen Stand werden der RV Lausitz und seine Arbeitsschwerpunkte breiten Kreisen vorgestellt. Dabei kommt es uns darauf an, das Potential der Waldschule im Rahmen der INA nicht nur für die Waldpädagogik mit Kindern, sondern als umfassendes Umweltbildungszentrum auch für Erwachsene und für die deutsch-polnische Zusammenarbeit zu erkennen.

Die Waldpädagogik in der Waldschule Kleinsee kann Forst- und Jagdgeschichte hervorragend erlebbar machen. Außerdem ist die Lieberoser Heide potenzieller Lebensraum für den schon wieder umherstreifenden Wolf. Die Waldschule Kleinsee, hervorgegangen aus einem ehemaligen Quartier der Wolfsjäger, kann dafür zu einem Informations- und Monitoringszentrum entwickelt werden.

 

Ansprechpartner:

Wolfgang Roick, MdL

Töpferstraße 2
01968 Senftenberg


Telefon: 03573 2004
Telefax: 03573 790474

sdw-rv-lausitz@gmx.de

 

Vorstand

Wolfgang Roick, MdL
Vorsitzender

Dr. Karl Preußner
Karin Arnold
Stellvertretende
Vorsitzende

 

 

 

BILDUNGSWERKSTATT 
WALD UND KLIMA
Klimakoenner
 JETZT ABONNIEREN

NICHTS WIE RAUSInfomaterial Bayern
Waldpädagogikforum!
SDW-NEWSLETTER Newsletter
Melden Sie sich an!
WALDWISSEN FÜR ERWACHSENEinteraktiver Waldspaziergang
Ein interaktiver Streifzug durch den deutschen Wald!