Baum des Jahres
Die Robinie (Robinia pseudoacacia)


Steckbrief der Robinie

Familie: Hülsenfrüchtler

Alter: teilweise bis 200 Jahre

Höhe: bis 30 m

Durchmesser: bis 100 cm

Verwendung: Garten- und Landschaftsbau, Rahmenbau



Foto: pixabay.de/Magic-by-Mie

Die Robinie ist seit über 300 Jahren, aus Nordamerika kommend, in Deutschland und Europa zuhause. Anfangs wurde sie vorrangig in Parks und Gärten gepflanzt und hat sich auch in den Wäldern verbreitet. Häufig anzutreffen sind Robinien auf trockenen Standorten wie Bahndämmen oder Brachflächen.
Als Pionierbaum besiedelte sie nach dem 2. Weltkrieg viele Trümmerschuttflächen. Größere Flächen sind bis heute in Leipzig, Berlin und Stuttgart mit dem Baum des Jahres 2020 bewachsen.
Mit Hilfe von Knöllchenbakterien ist sie in der Lage, Stickstoff aus der Luft aufzunehmen und dem Boden zu zuführen. Besonders stickstoffarme Standorte kann sie damit für andere Bäume bewohnbar machen. Für seltene Biotope, wie Magerrasen, kann diese Eigenschaft jedoch gefährlich werden. Die Stickstoffanreicherung verdrängt typische Pflanzen- und Tierarten der Magerrasenbiotope. Arten, die sowieso schon selten geworden sind. Von solch wertvollen Flächen sollte man die Robinie daher fern halten.
In den Wäldern ist die anspruchslose Robinie seit dem 18. Jahrhundert anzutreffen, vor allem auf armen Standorten und auch für die Wiederaufforstung devastierter Waldflächen interessant. In den deutschen Wäldern kommt sie im Mischwald auf 20.000 Hektar vor. Ihr Flächenanteil liegt damit deutlich unter einem Prozent.
Wegen ihrer Anspruchslosigkeit gegenüber Trockenheit wird die Robinie als Zukunftsbaum beim Klimawandel gehandelt. Auch in der Stadt wird sie favorisiert. Sie verträgt das innerstädtische Klima recht gut, nachteilig ist allerdings die Windbrüchigkeit der Äste.
Ein großer Pluspunkt ist ihre Blütenpracht. Die stark duftenden Blüten hängen in 10 bis 25 Zentimeter langen Trauben vor dem Blattaustrieb an den Zweigen. Sie bieten reichlich Nektar und sind eine beliebte und wichtige Bienen- und Insektenweide. Ihr Honig wird als Akazienhonig verkauft und hat eine helle, schwachgelbliche Farbe.
Bemerkenswert ist das Holz der Robinie. Es ist widerstandsfähiger und dauerhafter als Eichenholz. Da es im Außenbereich auch ohne chemische Konservierung lange stabil bleibt, ist es gut für Kinderspielplätze, Pfähle für Weinstöcke und Gartenmöbeln geeignet. Es kann Tropenholz ersetzen.


Zum Baum des Jahres

Im Herbst jeden Jahres wird von einem Expertengremium, in dem die SDW Mitglied ist, der Baum des Jahres für das folgende Jahr ausgewählt.

Die Auswahlkriterien für die Wahl eines Baumes sind sehr unterschiedlich: So soll durch die Wahl zum Baum des Jahres entweder auf die Seltenheit einer Baumart, auf die Gefährdung durch neuartige Waldschäden oder Baumkrankheiten, auf die Bedeutung eines Baumes für die Menschen oder auf die Relevanz der Bäume für ein Ökosystem hingewiesen werden.

Die Stieleiche war 1989 der erste so ausgezeichnete Baum, der aufgrund seiner Bedrohung durch neuartige Waldschäden ausgewählt wurde. Andere Bäume wie die Wildbirne (1998) gehören zu den seltensten Bäumen Deutschlands oder zeigen wie die Ulme (1992) einen starken Bestandsrückgang. Die Beeren der Eberesche (1997) sind für über 60 Vogelarten von Bedeutung und daher für ökologisch ausgerichtete Mischwälder wichtig. Im Jahr der Wiedervereinigung wurde auf die Linde (1991) als Symbol der Freiheit und des Friedens hingewiesen. Ein besonderer Erfolg war die Wahl des Speierlings im Jahr 1993. Damit wurde der stark gefährdete Speierling vor dem Aussterben bewahrt. Durch die bundesweite Kampagne sind nach Schätzung der SDW mehr als eine halbe Million Speierlinge neu gepflanzt worden.
Während 2004 bei der Tanne und 2006 bei der Schwarzpappel die Seltenheit und die Gefährdung im Vordergrund standen, war bei der Walnuss im Jahre 2008 ihre kulturelle Bedeutung im Mittelpunkt des Interesses. 2010 war bei der Wahl der Vogelkirsche ihr ökologischer Wert ausschlaggebend. 2011 stand die seltene Elsbeere im Mittelpunkt. 2012 ist die Lärche gewählt worden, der einzige Nadelbaum, der im Winter die Nadeln verliert. 2013 war es der seltene Wildapfel und 2014 die Traubeneiche. Im Jahr 2015 stand der Feldahorn im Mittelpunkt vieler Aktionen, 2016 war es die Winterlinde. Für 2017 wurde die Fichte und für 2018 die Edel- oder auch Esskastanie zum Baum des Jahres gekürt. 2020 genießt die Robinie viel Aufmerksamkeit. Als Informationsmaterial finden Sie die dazugehörigen Infoblätter in unserem Online-Shop.

Die Motivation, eine Baumart für ein Jahr besonders hervorzuheben, ist eine ähnliche wie beim Tag des Baumes. Mit Hilfe des "Baum des Jahres" sollen der Bevölkerung ökologische, forstliche oder naturschutzfachliche Zusammenhänge verdeutlicht werden. Waldbesitzer und Forstdienststellen sollen auf neue waldbauliche Möglichkeiten, die letztlich zu einem artenreichen Mischwald führen, hingewiesen werden. Städte und Grünämter werden durch die Wahl einer Baumart zum Baum des Jahres dazu angeregt, bei Neupflanzungen insbesondere diese gewählten Bäume zu verwenden.


"Baum des Jahres" - Liste seit 1989

Jahr Art Botanischer Name
2020 Robinie Robinia pseudoacacia
2019 Flatterulme Ulmus laevis
2018 Edelkastanie Castanea sativa
2017 Fichte Picea abies
2016 Winterlinde Tilia cordata
2015 Feldahorn Acer campestre
2014 Traubeneiche Quercus petrea
2013 Wildapfel Malus sylvestris
2012 Europäische Lärche Larix decidua
2011 Elsbeere Sorbus torminalis L.
2010 Vogelkirsche Prunus avium L.
2009 Bergahorn Acer pseudoplatanus L.
2008 Walnuss Juglans regia L.
2007 Waldkiefer Pinus sylvestris L.
2006 Schwarzpappel Populus nigra L.
2005 Rosskastanie Aesculus hippocastanum L.
2004 Weißtanne Abies alba MILL
2003 Schwarzerle Alnus glutinosa L.
2002 Wacholder Juniperus communis L.
2001 Esche Fraxinus excelsior L.
2000 Sandbirke Betula pendula Roth
1999 Silberweide Salix alba L.
1998 Wildbirne Pyrus communis L.
1997 Eberesche Sorbus aucuparia
1996 Hainbuche Carpinus betulus L.
1995 Spitzahorn Acer platanoides L.
1994 Eibe Taxus baccata L.
1993 Speierling Sorbus domestica L.
1992 Bergulme Ulmus glabra Huds. emend. Moss
1991 Sommerlinde Tilia platyphyllos Scop.
1990 Rotbuche Fagus sylvatica L.
1989 Stieleiche Quercus robur L.

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