Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Landesverband Brandenburg e. V.

Erstellung eines Niedrigwasserkonzeptes ist wichtige Reaktion für die kommenden Herausforderungen!

Brandenburg - Auch das Jahr 2020 folgte in seinem Witterungsverlauf den beiden Extremjahren 2018 und 2019. Die überdurchschnittliche Niederschlagsmenge aus Februar und der ersten Märzhälfte konnte das Defizit der vergangenen zwei Jahre nicht ausgleichen. Vor diesem Hintergrund begrüßt es die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, dass Minister Vogel nun konsequent reagiert und ein Niedrigwasserkonzept vorstellt. „Wir liegen in Brandenburg bezüglich der Niederschläge vielfach im Grenzbereich der Waldfähigkeit. Wenn es uns zukünftig nicht gelingt, dass immer weniger werdende Wasser in der Landschaft zurückzuhalten, dann wäre Waldverlust unausweichlich“, betont Gregor Beyer, der Vorsitzende der SDW Brandenburg.

Die SDW macht daher deutlich, dass der konzeptionelle Ansatz der Niederigwasserstrategie weitgehend richtig sei. Es müsse vor alle darum gehen, dass es zukünftig erst gar nicht zu Niederigwassersituationen komme. Dafür seien vielfache Frage der Landnutzung, so natürlich auch die Frage des Waldbaus und Waldumbaus in Brandenburg zu betrachten. Gleichwohl gäbe es momentan auch vielfasche handwerklich Schwächen, wie beispielsweise das Fehlen eines einheitlich Pegelsystems, auf dass alle Land- und Wassernutzer zurückgreifen könnten. „Die Umsetzbarkeit einer Strategie hängt auch von standardisierten Daten und deren Verfügbarkeit ab. Wir fordern die Verwaltung daher auf, die gegenwärtig völlig unterschiedlichen Pegelplattformen zur Ermittlung der Wasserstände im Land Brandenburg zu systematisieren und in einem System zusammenzufassen“, so Gregor Beyer.

Weiterhin sei eine deutlich stärkere Betrachtung der Situation anhand der Einzugsgebiete unserer Gewässer notwendig. So müsse in der Zuständigkeit von mehreren Gewässerunterhaltungsverbände pro Einzugsgebiet zukünftig eine übergeordnete Betrachtung der Notwendigkeiten aus der Niedrigwassersituation im Land erfolgen. Eine Konzeption sei wichtig, umsetzen könne sie aber nur die „Handwerker“ im Land – daher muss zukünftig ein deutlicher Blick auf die Zusammenarbeit der Unterhaltungsverbände und deren Ertüchtigung dafür gelegt werden.

Gleichwohl bedürfe es auch des politischen Mutes klar zu benennen, welche Entscheidungen im Falle einer längerfristigen Niedrigwassersituation im Land zu treffen seien. „Keiner möchte das, aber wenn notwendig, so muss die Politik auch Aussagen zur Priorisierung der Wassernutzung verschiedener Landnutzungssysteme treffen, nach denen zukünftig bezogen auf betroffene Wassereinzugsgebiete die Wasserentnahme und Wasserabfuhr zurückgefahren werden kann“, so Gregor Beyer abschließend.

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