Ein Waldbrand hat selten natürliche Ursachen wie Blitzeinschläge oder Selbstentzündung von trockenen Pflanzenresten. Weit häufiger sind Unachtsamkeit des Menschen zum Beispiel durch Zigaretten, Grillen, Abstellen des Autos auf trockenem Boden der Grund für einen Brand. Auch vorsätzliche Brandstiftung spielt eine große Rolle.
Weitere Gründe sind fahrlässiges Verhalten der Menschen, zum Beispiel im Rahmen von Unfällen bei landwirtschaftlichen Maßnahmen, bei der Holzernte oder durch Funkenflug an Bahntrassen.
Das Auftreten und die Ausbreitung von Waldbränden sind maßgeblich von der Witterung abhängig. Die meisten Brände entstehen im Frühjahr durch trockene Bodenvegetation und natürlich im Sommer während und nach einer Trockenperiode. Allgemein besteht vom Frühjahr bis in den Herbst hinein eine hohe Waldbrandgefahr mit Spitzenwerten bei der Anzahl von Bränden und verlorener Waldfläche je nach den Witterungsbedingungen.
Die meisten Waldbrände in Deutschland treten als Bodenfeuer auf, bei denen die organische Schicht des Bodens und die Laubstreu verbrennen. Wenn viel brennbares Material zur Verfügung steht und die Brandgefahr hoch ist, können sich diese Brände zu sogenannten Vollfeuern entwickeln, die das Kronendach des Waldes erreichen und zerstören. Diese führen zu erheblichen ökologischen Schäden.
Aufgrund von vermehrten Niederschlägen sind die Waldbrandzahlen 2023 (1.059 Brände) knapp unter dem langjährigen Durchschnittswert seit 1991 von 1.157 gefallen.
In den Jahren 1992, 2003, 2018, 2019 und 2022 kam es aufgrund trockener Witterung vermehrt zu Waldbränden in Deutschland. Besonders hoch waren die Zahlen im Trockenjahr 2018 mit rund 1.700 Waldbränden auf einer Fläche von 2.350 Hektar. 2022 war wieder ein extremes Brandjahr mit fast 2.400 Waldbränden auf einer Fläche von 4.300 Hektar Wald.
Vor allem dichtstehende Nadelholzwälder unter 40 Jahre alt, insbesondere Kiefernwälder, sind betroffen. Hier ist es besonders trocken und durch die ätherischen Öle der Nadelbäume brennen diese besonders gut. Altholzmischbestände sind am wenigsten gefährdet. Hier herrscht ein feuchteres und kälteres Klima, das die Entzündungsgefahr mindert.
Die meisten Waldbrände in Deutschland traten 2024 im Bundesland Brandenburg auf, gefolgt von Sachsen und Niedersachsen. Dort sind die Böden vorwiegend sandig und trocken. Ebenso sind die ausgedehnten Kieferwälder leicht brennbar und anfällig für Feuer. Brandenburg liegt 2024 im Bundesländervergleich mit 211 Bränden (2023: 241 Brände) an der Spitze. In Sachsen wurden 94 Brände, in Niedersachsen 87 Brände verzeichnet. Die gesamte BLE-Waldbrandstatistik ist hier abrufbar.
Dank moderner Überwachungssysteme konnten immer mehr Brände frühzeitig erkannt und im Keim erstickt werden.
Durch Waldbaumaßnahmen kann die Brandgefahr reduziert werden. Dazu gehören der Aufbau von Laubholz unter Nadelholzbeständen oder die Anlage von Feuerschutzstreifen zur Unterbrechung großer Kiefernbestände. Das sind etwa zehn Meter breite Wildwiesenstreifen oder circa 50 Meter breite Laubholzstreifen. Aktuell werden die Waldbrand-Früherkennungssysteme ausgebaut und verbessert.
Lesen Sie doch auch das Interview mit unserem SDW-Forstexperten Edward Olson auf mitmischen.de (Dein Portal zum Deutschen Bundestag). Hier erklärt er, wie sich Brände in Zukunft verhindern lassen könnten.