Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Landesverband Brandenburg e. V.

Waldschulen: Landesregierung plant keine Schließung

Brandenburg will die bestehenden Waldschulen erhalten und zwei weitere errichten. Zugleich soll die Zahl der Mitarbeiter leicht auf 39 steigen. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald fordert mindestens 50 Mitarbeiter.

Brandenburgs Landesregierung plant „nach aktuellem Stand“ keine Schließung von Waldschulen. Das geht aus einer Antwort des Potsdamer Umweltministeriums auf eine „Kleine Anfrage“ von
mehreren Abgeordneten der AfD-Landtagsfraktion hervor, die dieser Zeitung vorgeht. Im Zusammenhang mit der Reform des Landesbetriebs Forst hatte es immer wieder Berichte gegeben, wonach einzelne Standorte von Waldschulen im Land zur Disposition stünden.

Wie aus der Antwort hervorgeht, will das Land offenbar sogar neue Waldschulen schaffen. „Waldschulen sowie die forstliche Standortkartierung sind durch die Berücksichtigung in der Umsetzung der Forststrukturreform 2020 gesichert“, erklärt das Ministerium. „So wird in jedem Landkreis eine Waldschule etabliert, um ein flächiges und gleichmäßig verteiltes Angebot zu schaffen.“ Derzeit gibt es in den Landkreisen Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz keine Waldschulen.

Auch Förster wirken mit

Das Land entspreche mit der Neuschaffung den Zielen des Koalitionsvertrags. So solle es auch künftig waldpädagogische Angebote für alle Kinder und Jugendliche ab dem dritten Lebensjahr bis zum vollendeten 19. Lebensjahr geben. In der Antwort nahm das Ministerium auch zur Rolle betriebswirtschaftlicher Aspekte in der Waldpädagogik Stellung: Sie würden bei der Finanzierung und der Organisation der waldpädagogischen Arbeit zwar berücksichtigt. „Betriebswirtschaftliche Überlegungen, wie die Erzielung von Einnahmen, spielen bei der Zukunft der Waldschulen aber keine Rolle“, heißt es in der Antwort. „Die Finanzierung der waldpädagogischen Arbeit des LFB erfolgt aus den Haushaltszuweisungen für Gemeinwohlleistungen.“

Aufgestockt werden soll die Zahl der Mitarbeiter in den Waldschulen, und zwar von 35 auf 39. Zusätzlich nähmen die Revierförsterinnen und Revierförster waldpädagogische Aufgaben wahr. „Unterhaltung und Betrieb der Gebäude, die für waldpädagogische Aufgaben genutzt werden, erfolgt über den fiskalischen Betrieb der Forstliegenschaften des LFB.“

Schutzgemeinschaft will mindestens 50 Mitarbeiter 

Auf Kritik stieß die Antwort des Ministeriums indes bei der „Schutzgemeinschaft Deutscher Wald“ (SDW), die selbst auch in der Waldpädagogik engagiert ist. „Wenn nun von 39 Mitarbeitern die Rede ist, wären das im Verhältnis zur bisherigen Situation vier Mitarbeiter mehr“, sagte der SDW-Landesvorsitzende Gregor Beyer. „Aber wenn man alle Waldschulen erhalten will, und zusätzlich noch zwei neue Waldschulen eröffnen will, funktioniert das nicht.“ Dann würden auch 39 Mitarbeiter zu wenig sein. „Eine funktionierende Waldschule braucht eigentlich zwei bis drei Personalstellen, die mit in der Umweltbildung zertifizierten und ausgebildeten Kräften besetzt werden müssen“, sagt Beyer. „Wenn man die Arbeit auf einem unteren Niveau akzeptabel absichern will, kommt man um mindestens 50 hauptamtliche Kräfte an den Waldschulen nicht herum.“

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