Schutzgemeinschaft Deutscher Wald
Landesverband Brandenburg e. V.

Biotopholz-Lehrpfad an den Brunnenbergen – Totholz neu entdecken

Was für die einen „unaufgeräumter Wald“ ist, ist für die anderen ein voller Lebensraum: Mit dem neuen Biotopholz-Lehrpfad an den Brunnenbergen möchte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) Landesverband Brandenburg e. V.  in Kooperation mit der Stadtforst Eberswalde die Bedeutung von Totholz für den Wald und für uns Menschen sichtbar und erlebbar machen.

Warum liegt hier so viel Holz herum?

Wer durch den Wald spaziert, kennt vielleicht den Gedanken: Warum wird das abgestorbene Holz nicht weggeräumt oder wenigstens als Brennholz genutzt? Genau diese Frage begegnet auch der Stadtforst immer wieder. Dabei ist Totholz alles andere als nutzlos. Abgestorbene Äste, Stämme und Bäume sind ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Waldökosystems. Sie bieten Lebensraum und Nahrung für zahlreiche Tiere, Pilze und Pflanzen, speichern Wasser und Kohlenstoff und tragen zu wichtigen natürlichen Kreisläufen im Wald bei. Ohne Totholz würden viele dieser Funktionen nicht mehr erfüllt werden können.
Der Lehrpfad möchte deshalb einen Perspektivwechsel ermöglichen: Was zunächst tot und unordentlich wirkt, steckt voller Leben und erfüllt wichtige Funktionen für den gesamten Wald.

Fünf Stationen laden zum Entdecken ein

Im Eberswalder Stadtwald an den Brunnenbergen entstehen insgesamt fünf Stationen, die sich unterschiedlichen Facetten des Totholzes widmen:

  1. Was ist Totholz?
    Was passiert eigentlich mit einem Baum, wenn er stirbt? Und wann wird aus einem abgestorbenen Baum ein wertvoller Lebensraum?
  2. Totholz als Lebensraum
    Käfer, Pilze, Vögel und viele weitere Lebewesen sind auf abgestorbenes Holz angewiesen. Die Station zeigt, wer im Totholz wohnt und welche erstaunliche Vielfalt sich darin verbirgt.
  3. Ökosystemleistungen von Totholz
    Totholz leistet mehr, als man auf den ersten Blick vermutet: für den Wasserhaushalt, den Boden, den Klimaschutz und die Stabilität des Ökosystems Wald.
  4. „Hier ist es aber unaufgeräumt!“
    Diese Station greift bewusst die Wahrnehmung vieler Waldbesuchender auf und lädt dazu ein, über Ordnung, Schönheit und natürliche Prozesse im Wald nachzudenken.
  5. Vergänglichkeit
    Eine besondere, spirituell ausgerichtete Station beschäftigt sich mit dem Werden und Vergehen und lädt dazu ein, die Vergänglichkeit als natürlichen Teil des Lebens wahrzunehmen.

Wald mit allen Sinnen erleben

Der Biotopholz-Lehrpfad soll kein klassischer Lehrpfad sein, an dem man lediglich Informationstafeln liest. Jede Station erhält ein interaktives Element, das zum Ausprobieren, Wahrnehmen und Nachdenken einlädt. 

Dabei geht es darum, verschiedene Sinne anzusprechen und Wissen auf spielerische Weise zu vermitteln. Die Gestaltung der Stationen wird gemeinsam mit Studierenden der HNEE entwickelt und auf unterschiedliche Zielgruppen abgestimmt.

Die Eröffnung des Biotopholzlehrpfades ist für Ende des Jahres geplant.
 

Das Projekt wird aus Lottomitteln des Ministeriums für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz (MLEUV) des Landes Brandenburg gefördert und gemeinsam mit Studierenden der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) entwickelt.

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